Rechtsprechung
   BVerwG, 26.06.1997 - 7 C 11.96   

Zeugen Jehovas I [BVerwG]

Art. 140 GG (Art. 137 Abs. 5 WRV), keine Anerkennung als öffentlich-rechtliche Körperschaft, wenn die Religionsgemeinschaft die Grundlagen der staatliche Existenz prinzipiell in Frage stellt (hier: Ablehnung von Wahlen und von Wehr- und Ersatzdienst), Art. 4 GG;

Hinweis: aufgehoben durch BVerfG, «Zeugen Jehovas»

Volltextveröffentlichungen (3)

Sonstiges

  • wkdis.de (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Zusammenfassung von "Glaubensgemeinschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts" von Präsident des BVerwG a.D. Prof. Dr. Horst Sendler, original erschienen in: DVBl 2004, 8 - 16.

Zeitschriftenfundstellen

  • BVerwGE 105, 117
  • NJW 1997, 2396
  • DVBl 1997, 1238
  • NVwZ 1997, 991
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Wird zitiert von ... (15)  

  • BVerfG, 19.12.2000 - 2 BvR 1500/97  

    Verfassungsbeschwerde der Zeugen Jehovas erfolgreich - Urteil aufgrund der

    gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 -.

    Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 - verletzt die Beschwerdeführerin in ihrem Recht aus Artikel 140 des Grundgesetzes in Verbindung mit Artikel 137 Absatz 5 Satz 2 der Verfassung des Deutschen Reichs vom 11. August 1919.

    Auf die wegen des Hilfsantrags zugelassene Revision des Landes Berlin hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 26. Juni 1997 (BVerwGE 105, 117 ff.) die Urteile des Verwaltungsgerichts und des Oberverwaltungsgerichts aufgehoben, soweit sie das Land Berlin verpflichteten, der Beschwerdeführerin die Rechtsstellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts im Land Berlin zu verleihen, und die Klage der Beschwerdeführerin abgewiesen.

    Nach nahezu einhelliger Auffassung ist der Körperschaftsstatus jedenfalls dann zu versagen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, unter denen eine private Vereinigung nach Art. 9 Abs. 2 GG zu verbieten wäre (vgl. etwa BVerwGE 105, 117 ; OVG Berlin, NVwZ 1996, S. 478, 480; VG Berlin, NVwZ 1994, S. 609; St. Korioth, Loyalität im Staatskirchenrecht?, in: Gedächtnisschrift für Bernd Jeand'Heur, 1999, S. 221, 236; M. Morlok/M. Heinig, Parität im Leistungsstaat - Körperschaftsstatus nur bei Staatsloyalität?, NVwZ 1999, S. 697, 703 f.; G. Robbers, Sinn und Zweck des Körperschaftsstatus im Staatskirchenrecht, in: Festschrift für Martin Heckel, 1999, S. 411, 414; H. Weber, Die Verleihung der Körperschaftsrechte an Religionsgemeinschaften, ZevKR 34 , S. 337, 356).

  • OVG Berlin, 24.03.2005 - 5 B 12.01  

    Zeugen Jehovas müssen als Körperschaft anerkannt werden // Religionsgemeinschaft

    Auf die Revision des Beklagten hat das Bundesverwaltungsgericht durch Urteil vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 - die Klage auch mit dem Hilfsantrag abgewiesen.

    Die Klägerin erfüllt, wie das Bundesverwaltungsgericht bereits in seinem ersten Revisionsurteil vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 - (BVerwGE 105, 117 [118 f.]) festgestellt hat, alle Merkmale einer Religionsgemeinschaft und bietet durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer.

    Entscheidend ist allerdings, dass er die dem Internet entnommenen, ihm unaufgefordert zugesandten oder von Seiten interessierter Kreise zur Verfügung gestellten "Erfahrungsberichte" Betroffener zu keiner Zeit kritisch hinterfragt (vgl. hierzu schon den Hinweis des Bundesverwaltungsgerichts im Urteil vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 - UA S. 13), sondern in inhaltlicher wie vor allem auch persönlicher Hinsicht ungeprüft übernommen und zum Gegenstand seines Berufungsvorbringens gemacht hat.

  • BGH, 20.02.2003 - III ZR 224/01  

    Amtshaftung - Sektenbeauftragter handelt in Ausübung eines öffentlichen Amtes

    Das steht im Einklang mit der neueren Rechtsprechung, die Abwehransprüche gegen ein derartiges - wenn auch nicht hoheitliches - Wirken der öffentlich-rechtlich korporierten Religionsgemeinschaften im gesellschaftlichen Raum als öffentlich-rechtliche Streitigkeit qualifiziert und dementsprechend für sie den Verwaltungsrechtsweg eröffnet (BGHZ 148, 307; BayVGH NVwZ 1994, 598; vgl. auch BVerwGE 68, 62, 65; BVerwGE 105, 117, 119).
mehr
  • VGH Bayern, 19.03.2004 - 22 C 04.679  
    Nach der zwar nicht unbestrittenen (vgl. Maunz/Dürig, GG, Art. 140 GG, Art. 137 WRV Rdnrn. 68, 88 und 89), aber gefestigten Rechtsprechung des BVerwG hat der verfassungsrechtlich garantierte Körperschaftsstatus der Kirchen (Art. 137 V WRV i.V. mit Art. 140 GG) u.a. die Bedeutung, dass grundsätzlich deren gesamtes Wirken, soweit es der staatlichen Rechtsordnung unterliegt, von den nach obigen Ausführungen hier nicht einschlägigen besonderen Fallgruppen abgesehen, als öffentlich-rechtlich zu behandeln ist (BVerwG, NJW 1984, 989f.]; BVerwGE 105, 117 = NJW 1997, 2396f. = NVwZ 1997, 991 L; ebenso BGHZ 154, 54 = NJW 2003, 1308 = NVwZ 2003, 768 L).

    Auf die Frage, ob es sich dabei um einen Kernbereich kirchlichen Wirkens handelt (vgl. VGH München, NJW 1994, 787 [788]), kommt es insofern nicht an (BVerwG, NJW 1997, 2396 [2397]) dem geltenden Recht lassen sich keine Anhaltspunkte für eine solche Differenzierung entnehmen.

    Dabei ist auch nicht zwischen einem eher religiösen Bereich und einem eher weltlichen Bereich zu unterscheiden; der kirchlichen Jugendarbeit ist es vielmehr zuzugestehen, dass sie den ganzen Menschen in allen Feldern seiner Betätigung (BVerwG, NJW 1997, 2396 [2397]) ansprechen kann.

  • BVerwG, 17.05.2001 - 7 C 1.01  

    Antrag der Zeugen Jehovas auf Verleihung der Rechte einer Körperschaft des

    Der erkennende Senat hat mit Urteil vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 - (BVerwGE 105, 117) der Revision des Beklagten stattgegeben und die Klage auch in dem Hilfsantrag abgewiesen.

    Die Klägerin erfüllt - wie der Senat bereits in dem Urteil vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 - (BVerwGE 105, 117 ) festgestellt hat - alle Merkmale einer Religionsgemeinschaft und bietet durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer.

  • BVerwG, 27.11.2002 - 6 A 4.02  

    Demokratie; "Kalifatsstaat"; Menschenwürde; Rechtsstaat; Religionsgemeinschaft;

    Ungeachtet möglicher Unterschiede in der verfassungsrechtlichen Ableitung ist allgemein anerkannt, dass die Vereinigungsfreiheit der Religionsgemeinschaften gemäß Art. 4 Abs. 1 und 2, Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 Abs. 2 WRV (vgl. BVerfGE 83, 341, 354 f.) grundsätzlich ihre Schranke in der Abwehr von Gefahren für die verfassungsmäßige Ordnung findet (vgl. Urteile vom 23. März 1971 - BVerwG 1 C 54.66 - BVerwGE 37, 344, 363 ff. und vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 - BVerwGE 105, 117, 121 f.; Pieroth/Kingreen, NVwZ 2001, 841, 845; Schmieder, VBlBW 2002, 146, 148; Michael, JZ 2002, 482, 485 f.; Groth, KritV 85, 39; vgl. auch Poscher, KritV 85, 298).
  • BVerwG, 25.01.2006 - 6 A 6.05  

    Vereinsverbot; religiöse und weltanschauliche Vereinigungsfreiheit; Anwendbarkeit

    Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts finden die Verbotsgründe des Art. 9 Abs. 2 GG auch auf die verfassungsrechtlich geschützten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften Anwendung (vgl. Urteil vom 23. März 1971 - BVerwG 1 C 54.66 - BVerwGE 37, 344 ; Urteil vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 - BVerwGE 105, 117 ; vgl. auch Urteil vom 27. November 2002 - BVerwG 6 A 4.02 - Buchholz 402.45 VereinsG Nr. 35 S. 37 f.).
  • BVerwG, 21.04.1999 - 6 C 18.98  

    Erfolgreicher Widerspruch gegen Kruzifix im Klassenraum

    Mit Blick auf die staatlichen Belange ergeben sie sich etwa aus den Prinzipien des freiheitlich demokratischen Rechtsstaats (vgl. etwa BVerwGE 105, 117); die vorrangige Wahrung dieser Prinzipien begrenzt das staatliche Interesse an der Vorsorge für die positive Entfaltung gesellschaftlicher Kräfte.
  • BVerwG, 23.09.2010 - 7 C 22.09  

    Religionsgemeinschaft; jüdische Gemeinde; Selbstbestimmungsrecht; Mitgliedschaft;

    Nach dem Parochialrecht, das als ungeschriebene Befugnis nach dem Herkommen mit dem Körperschaftsstatus verbunden ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 26. Juni 1997 - BVerwG 7 C 11.96 - BVerwGE 105, 117 ), kann eine Religionsgemeinschaft bestimmen, dass alle Angehörigen des jeweiligen Bekenntnisses ipso iure als Mitglieder der örtlich zuständigen Gemeinde in Anspruch genommen werden.
  • OVG Berlin, 04.11.1998 - 7 B 4.98  
    Die Grenze wäre aber dort erreicht, wo nicht nur ein Abweichen in Einzelfragen, sondern ein Gegenunterricht zum staatlichen Unterricht in der Schule stattfindet (vgl. Eiselt-Heinrich, Grundriß des Schulrechts in Berlin in Schulrechtssammlung Berlin G XI S. 11 ff. sowie BVerwG, Urteil vom 26. Juni 1997 = NJW 1997, 2396 (2397) -- Zeugen JEHOVAS -- zu den Anforderungen an die Loyalität einer Religionsgemeinschaft gegenüber dem Staat bei der Teilhabe in Form der Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts).
  • LSG Baden-Württemberg, 11.09.2003 - L 7 U 2955/01  

    Unfallversicherungsschutz eines Versammlungsältesten der Zeugen Jehovas

  • OLG Köln, 16.09.1997 - 15 U 70/97  

    Keine Parteifähigkeit der Zeugen Jehovas

  • BVerfG, 24.10.2001 - 2 BvR 1500/97  
  • LSG Bayern, 29.11.2002 - L 14 KG 1/99  
  • LSG Bayern, 05.12.2002 - L 14 KG 26/99  
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